Hirntod und Organtransplantation

Sie sind hier:»»Hirntod und Organtransplantation
Hirntod und Organtransplantation2018-12-12T15:05:59+00:00

Für kaum ein bioethisches Thema wird soviel Werbung gemacht wie für die Organspende. Umstritten ist dabei der Hirntod als Kriterium für die Organentnahme. Nach Ansicht der Kritiker ist der Hirntod nicht der Tod des Menschen sondern ein unumkehrbarer Prozess im Sterben, der Begleitung bedarf. Zudem ist die Hirntodfeststellung nicht so sicher wie vielfach behauptet.

Hier finden Sie Fachinformationen zum umstrittenen Hirntod und Organtransplantation / Organspende.

Rechtliche Regelungen

Grundlegendes zu Hirntod und Organspende und Widerspruchslösung

12.09.18 Debatte um Widerspruchslösung: Der Leib ist kein Ersatzteillager

Die „doppelte Widerspruchslösung“ des Gesundheitsministers Jens Spahn ist keine Lösung für die Krise der Transplantationsmedizin. Von Professor Paul Cullen

Der Beitrag erschien in „Die Tagespost“ am 12.09.18


17.03.2017: Hirntod und Transplantationsmedizin: Sterben als soziales Konstrukt?

Am 15. Dezember 2016 hielt Prof. Axel W. Bauer an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg einen bemerkenswerten Vortrag zum Thema „Hirntod und Transplantationsmedizin: Sterben als soziales Konstrukt?“. Der Vortrag wurde am 14.03. und 16.03.17 in zwei Teilen auf kath.net veröffentlicht.

Zum Vortragstext „Hirntod und Transplantationsmedizin: Sterben als soziales Konstrukt?“

Zwei Vorträge bei der Bundesdelegiertenversammlung der Aktion Lebensrecht für Alle e. V. (ALfA) gemeinsam mit der 18. Jahrestagung der Ärzte für das Leben im Bonifatiushaus Fulda am 7. Juni 2013:

PDF „Wie tot sind Hirntote? Das Transplantationsgesetz und seine ethischen Fallstricke“ (174 kb)
Prof. Dr. Axel Bauer, Heidelberg
Vortrag bei der Bundesdelegiertenversammlung der Aktion Lebensrecht für Alle e. V. (ALfA) gemeinsam mit der 18. Jahrestagung der Ärzte für das Leben im Bonifatiushaus Fulda am 7. Juni 2013

PDF „Juristische Aspekte der Hirntod-Definition“ (2,0 Mb)
Rainer Beckmann, Richter am Amtsgericht Würzburg

PDF Der „Tod“ des Organs Gehirn ist nicht der Tod des Menschen
von Rainer Beckmann vom 09.03.12

04.08.10: Debatte um Hirntod und Organspende

Im „Lebensforum“ Ausgabe 94 – 2/2010 vom Juli 2010, Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (AlfA), gibt es zwei lesenswerte Artiklel zur Debatte um die Organspende und den Hirntod.

PDF Silber statt Gold
Die Hirntod-Debatte muss weitergehen. Und dies obwohl – wie die Ärztin Maria Overdick-Gulden hier behauptet – längst klar sei,dass Hirntote keine Leichen seien. Die Frage, die nun gestellt werden müsse, laute – so die Autorin weiter -, ob und wie sich Organspenden künftig verantworten lassen. Mit diesem leidenschaftlichen Beitrag setzt „LebensForum“ seine 2007 begonnene Debatte über die These, der Hirntod sei auch der Tod des Menschen, fort – eine These, die auch unter Lebensrechtlern ernstzunehmende Befürworter wie Gegner hat.
Von Dr. med. Dr. theol. hc. Maria Overdick-Gulden
Lebensforum Ausgabe 94 – 2/2010 vom Juli 2010, Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA)

PDF Her mit den Organen!
Johann Wolfgang von Goethe wollte den Menschen noch „edel“, „hilfreich“ und „gut“. Heute sind nicht wenige der Ansicht, der Mensch müsse bloß „nützlich“ sein, um auch „gut“ zu sein. Zwei Bioethiker fordern jetzt, auch Schwerkranke sollten sich nützlich machen: als Organspender!
Von Stefan Rehder
Lebensforum Ausgabe 94 – 2/2010 vom Juli 2010, Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA)

23.01.10: Zur Diskussion um Organspende und den Hirntod

Organspende von doch nicht ganz Toten? Wie weit eine ‚Ethik des Heilens‘ sich legitimieren will, zeigt eine aktuelle medizinische Debatte in USA:

Die Lebenden und die Toten
Die Transplantationsmedizin beginnt sich von der „Tote-Spender-Regel“ zu verabschieden
Linus S. Geisler
Die „Tote-Spender-Regel“ (Dead Donor Rule), die seit rund 40 Jahren in der Transplantationsmedizin akzeptiert ist, formuliert zwei ethische Normen, die die Praxis der Organentnahme betreffen: Lebenswichtige Organe dürfen nur von toten Patienten entnommen werden; lebende Patienten dürfen nicht für oder durch eine Organentnahme getötet werden. Derzeit gibt es Bestrebungen, das Konzept des Hirntodes oder des Herztodes auszuhöhlen und die Entnahme lebenswichtiger Organe zur Organspende bereits bei Lebenden zu legitimieren. Linus S. Geisler warnt vor einem fundamentalen Tabubruch.
UNIVERSITAS, 65. Jahrgang, Nr. 763, Ausgabe Januar 2010, S. 4-13

Die Frage, ob es sich beim Hirntod tatsächlich um den Tod des Menschen handelt, wird innerhalb der medialen Öffentlichkeit weiterhin kontrovers diskutiert. Wir geben Hinweise.

PDF „Hirntod“ und „Organspende“
Anders als die Frage, ob es sich bei dem Embryo im Mutterleib um einen Menschen handelt, wird die Frage, ob der Hirntod tatsächlich der Tod des Menschen sei, selbst unter Lebensrechtlern heftig diskutiert. Prinzipiell sind drei Antworten denkbar: Der Hirntod ist der Tod des Menschen (Mehrheitsmeinung). Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen (Minderheitenmeinung), und alternativ: Die Frage ist nicht entscheidbar.
Von Dr. med. Dr. theol. h. c. Maria Overdick-Gulden
LebensForum Ausgabe 89 – 1/2009 vom März 2009, Zeitschrift der „Aktion Lebensrecht für Alle“ ALfA e.V.


Aktuelle Meldungen zum Thema Hirntod und Organtransplantation

Hier finden Sie eine weitere Auswahl an Meldungen zum Thema in Ergänzung zu den grundlegenden Texten.

10.12.18: Jahresbericht 2017/2018 der Kontrollkommissionen zur Prüfung der Transplantationsprogramme veröffentlicht

Bild Jahresbericht 2017/2018 der Prüfungskommission und Überwachungskommission zur Prüfung der TransplantationsprogrammeAm 06.12.18 haben die für die Prüfung der Transplantationszentren in Deutschland zuständigen Kontrollgremien ihren Jahresbericht 2017/2018 vorgelegt. Darin zogen sie eine positive Bilanz ihrer Arbeit.

Bei genauerem Hinsehen gab es aber erneut Schatten vor dem Hintergrund der vorangangenen Transplantationsskandale. Konkret gab es in zwei Universitätskliniken systematische Unregelmäßigkeiten, über die u.a. die Staatsanwaltschaft informiert wurden.

Mehr zum Jahresbericht 2017/2018 zur Prüfung der Transplanationsprogramme auf www.organspende-widerspruch.de


29.11.18: Orientierungsdebatte im Deutschen Bundestag zur Organspende und Einführung der Widerspruchslösung

Illustration zur Debatte um Einführung der Widerspruchslösung bei OrganspendenAm 28.11.18 gab es im Deutschen Bundestag eine erste Orientierungsdebatte über mögliche gesetzliche Änderungen zur Steigerung der Organspendezahlen in Deutschland. In der zweieinhalbstündigen ergebnisoffenen Debatte ging es um die Frage, „wie in der Bevölkerung mehr Menschen dazu gebracht werden können, sich nach ihrem Tod als Organspender zur Verfügung zu stellen und damit Leben zu retten.“

Dabei kamen 38 Abgeordnete für jeweils vier Minuten zu Wort. Zuvor wurde der Fraktionszwang aufgehoben. Insgesamt überwog bei den Abgeordneten die Skepsis gegenüber der Einführung der Widerspruchslösung.

» Mehr zur Bundestagsdebatte über Organspende und Widerspruchsregelung auf www.organspende-widerspruch.de


17.11.18: Wachsender Widerstand gegen Widerspruchslösung bei Organspenden

Illustration zur Debatte um Einführung der Widerspruchslösung bei OrganspendenIm Deutschen Bundestag gibt es Widerstand gegen die geplante Einführung der Widerspruchslösung. Medienberichten zufolge arbeitet eine fraktionsübergreifende Gruppe von Abgeordneten an einen Antrag gegen die geplante Widerspruchsregelung. Nach Einschätzung von einem der Initiatoren des Antrages ist gegenwärtig etwa ein Drittel der Abgeordneten gegen eine Widerspruchslösung, ein Drittel dafür und die Übrigen unentschieden. Mehr dazu in den nachstehenden Berichten.

Organspende: Widerstand gegen Widerspruchslösung
Berlin – Im Bundestag formiert sich Widerstand gegen die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei der Organspende wegen geringer Spenderzahlen eine Widerspruchslösung einzuführen.
AERZTEBLATT.DE 25.10.18

Organspende: Bundestags-Abgeordnete gegen Widerspruchslösung
In der Debatte über die Widerspruchslösung bei der Organspende formiert sich eine weitere Bundestags-Initiative.
Ärzte Zeitung, 25.10.18

Organspende-Diskussion: Fraktionsübergreifender Gegenwind für Jens Spahn
Gegen den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, alle Bürgerinnen und Bürger zu Organspendern zu machen, es sei denn, sie widersprechen aktiv, formiert sich im Bundestag fraktionsübergreifend Widerstand. Ein Argument: Eine solche Vorgehensweise widerspreche der deutschen Verfassung.
Von Mathias von Lieben
DEUTSCHLANDFUNK 25.10.18


14.11.18: Lesenswerter Beitrag zur Debatte um Widerspruchslösung: „Sterben und sterben lassen“

Am 09.11.18 hat der Jurist Thomas Fischer unter der Überschrift „Sterben und sterben lassen“ auf Spiegel Online einen sehr lesenswerten kritischen Beitrag zur Debatte um die Einführung der Widerspruchslösung bei Organspende veröffentlicht. Fischer war Vorsitzender Richter am 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs, ist Autor des Standard-Kommentars zum Strafgesetzbuch und Verfasser zahlreicher Kolumnen, in denen er sich mit Fragen des Strafrechts beschäftigt.

In seinem Beitrag übt er ausführlich begründete und scharf pointierte Kritik an dem Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn. Mehr unter dem folgenden Link:

Sterben und sterben lassen
Geht es nach Jens Spahn, sollen jedem nach dem Tod Organe entnommen werden dürfen, wenn er nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen hat. Das ist absurd, totalitär-paternalistisch und dazu unehrlich.
Eine Kolumne von Thomas Fischer
SPIEGEL Online 09.11.18


04.11.18: Bundeskabinett beschließt Gesetzentwurf zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende

Das Bundeskabinett hat am 31. Oktober 2018 dem Entwurf eines „Zweiten Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes – Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende (GZSO)“ zugestimmt.

Künftig soll es u.a. mehr Zeit und Geld für die Kliniken bei der Organspende geben und die Befugnisse der Transplantationsbeauftragten ausgeweitet werden. Das Gesetz ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig und soll voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2019 in Kraft treten.

» Mehr zum beschlossenen Gesetzentwurf zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende auf www.organspende-widerspruch.de


29.10.18: Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) gegen Widerspruchslösung bei Organspenden

Der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e.V. (VLK) hat sich in einem aktuellen Positionspapier deutlich gegen die Widerspruchslösung bei Organspenden ausgesprochen. Dies teilte der VLK in einer Presseaussendung vom 29.10.18 mit.

Die Widerspruchslösung widerspreche dem Selbstverständnis von freien Bürgern, über so gravierende Entscheidungen selbst bestimmen zu können. Statt dessen stehe zu befürchten, dass sie bei vielen Menschen das restliche Vertrauen in die Transplantationsmedizin zerstöre. Ob die Widerspruchslösung überhaupt zu höherem Organspendeaufkommen führen wird oder sogar gegenteilige Effekte haben könnte, sei eine offene Frage.

Darüber hinaus fürchten die Verbandsvertreter Prof. Dr. Gundolf Gubernatis, Transplantationsbeauftragter des VLK, und VLK-Präsident Prof. Dr. Hans-Fred Weiser langfristig eine Reihe negativer Folgen. Statt über die Widerspruchslösung sollte über „alternative Konzepte mit positiven Anreizen und positiver Motivation für die Organspende“ diskutiert werden.

» Mehr zum Positionspapier des VLK beim Bündnis gegen die Widerpruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden


25.10.18: Delegation des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag informiert sich über Organspendeverfahren in Spanien und Dänemark

Eine Delegation des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages informiert sich vom 30. Oktober bis zum 1. November 2018 über Organspendeverfahren in zwei anderen Ländern.

Unter der Leitung des Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses, Erwin Rüddel (CDU), reisen die Abgeordneten Hilde Mattheis (SPD), Nicole Westig (FDP), Harald Weinberg (DIE LINKE.) und Dr. Kirsten Kappert-Gonther (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zunächst nach Spanien und dann weiter nach Dänemark, um sich über die in dem jeweiligen Land geltenden Organspendeverfahren zu informieren. Dies teilte die Pressestelle des Deutschen Bundestages am 25.10.18 mit.

Ergänzend gibt es seit kurzem drei lesenswerte Dokumente des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zur Organspende.

» Mehr zur Delegationsreise zu Organspendeverfahren in Spanien und Dänemark und zu den Texten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zur Organspende


14.09.18: Organspende-Debatte: Aktionen gegen die geplante Widerspruchsregelung

Logo Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei OrganspendenIm Zuge der Organspende-Debatte stellen viele Menschen die Frage, was man gegen die geplante Einführung der Widerspruchslösung tun kann. Das bereits 2011 gebildete „Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden“, das auch Ärzte für das Leben e.V unterstützen, hat ein paar Anregungen zusammengestellt. Diese sollen den persönlichen Protest so einfach wie möglich machen.

Auf der Bündnis-Webseite www.organspende-widerspruch.de finden Sie unter der Rubrik „Aktionen“ 5 ganz konkrete Tipps wie Sie helfen können, das Vorhaben zu stoppen.

» Zu den Aktionen gegen die geplante Widerspruchsregelung bei Organspenden auf www.organspende-widerspruch.de


12.09.18 Debatte um Widerspruchslösung: Der Leib ist kein Ersatzteillager

P. CullenDie „doppelte Widerspruchslösung“ des Gesundheitsministers Jens Spahn ist keine Lösung für die Krise der Transplantationsmedizin.
Von Professor Paul Cullen, 1. Vorsitzender Ärfzte für das Leben e.V.
Der Beitrag erschien in „Die Tagespost“ am 12.09.18

Zum Beitrag zur Debatte um Widerspruchslösung: Der Leib ist kein Ersatzteillager


PM 04.09.18: „Doppelte Widerspruchslösung“ von Bundesgesundheitsminister Spahn ist keine Lösung für die Krise der Transplantationsmedizin

Am 31. August hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ein „Gesetz für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende (GZSO)“ als Referentenentwurf vorgestellt. Dieser Entwurf wurde am 3. September von einem Interview auf der ersten Seite der „Bild Zeitung“ flankiert, in dem Herr Spahn sich für eine „doppelte Widerspruchslösung“ ausspricht.

Wie bereits mehrfach erläutert, halten die Ärzte für das Leben e.V. eine wie auch immer geartete Widerspruchslösung für äußerst bedenklich.

Mehr in der ÄfdL-Pressemitteilung zur Widerspruchslösung bei Organspenden


09.08.18: Debatte um Einführung der Widerspruchslösung bei Organspenden: Lesenswerter Beitrag zu Gründen für sinkende Organspendezahlen

Im Berliner Tagesspiegel vom 07.08.18 beleuchtet Michael de Ridder in einem lesenswerten Essay vor dem Hintergrund der Debatte um die Einführung einer Widerspruchslösung bei Organspenden die Hintergründe zu den sinkenden Organspendezahlen.

Sein Fazit: Eine Ursache ist die unredliche Aufklärung. Ebenso würden kulturelle und religiöse Ängste unterschätzt. Und auch das Hirntodkriterium spielt eine wesentliche Rolle.

Zum Beitrag Geringe Organspenderzahlen: Warum die Deutschen kein Herz haben im Tagesspiegel vom 07.08.18


19.07.18: Zeitschrift LebensForum Ausgabe 126 vom Juni 2018 online abrufbar

Titelbild Lebensforum Nr. 126 vom Juni 2018, Zeitschrift der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V.Seit kurzem ist Ausgabe 126 (Juni 2018) der Zeitschrift „LebensForum“ der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V. in Kooperation mit Ärzte für das Leben e.V. und Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen e.V. (TCLG) online abrufbar.

Schwerpunktthema ist ein Vorstoß zur Einführung der Widerspruchsregelung bei Organspenden, wonach jeder Organspender werden soll, der nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widerprochen hat. Außerdem gibt es einen Beitrag zur ärztlichen Gewissensfreiheit, die Thema einer Kooperations-Fachtagung der ALfA und der Ärzte für das Leben e.V. war.

Weitere Themen sind u.a. das Drama um Alfie Evans, eine erfolgreiche Therapie im Mutterleib, Natürliche Familienplanung, die Probleme des „Social egg freezing“ sowie die anstehende Pro-Life-Tour der Jugend für das Leben. Ergänzt wird das Heft durch Buchbesprechungen und bioethische Kurzmeldungen.

PDF Download der Zeitschrift LebensForum Ausgabe 126 im PDF-Format


PM 21.06.18: Widerspruchsregelung zur Organspende: Ärzte für das Leben e.V. äußern Bedenken

Logo Ärzte für das Leben e.V.Als Reaktion auf die sinkende Zahl der Organspender in Deutschland werden Stimmen in der Politik und in der Ärzteschaft laut, zuletzt in einem Beschluss des 121. Deutschen Ärztetags am 10. Mai 2018, die eine Widerspruchslösung zur Organtransplantation befürworten. Das heißt, dass bei entsprechenden medizinischen und sonstigen Voraussetzung jeder potentiell als Organspender in Betracht kommt, der vorher nicht ausdrücklich widersprochen hat. Auch die Gesundheitsministerkonferenz der Länder teilte heute mit, sie sei „sich einig, dass es einer breiten Debatte darüber bedarf, ob eine Widerspruchslösung der richtige Weg wäre.“ Ärzte für das Leben e.V. halten eine solche Regelung für äußerst bedenklich.

Mehr in der Pressemitteilung: Ärzte für das Leben e.V. äußern Bedenken gegen Widerspruchsregelung zur Organspende


10.05.18: Deutscher Ärztetag fordert Einführung der Widerspruchslösung zur Organspende

Der 121. Deutsche Ärztetag 2018 hat sich für die Einführung der Widerspruchslösung zur Organspende ausgesprochen und den Gesetzgeber aufgefordert, das Transplantationsgesetz (TPG) entsprechend zu ändern. Es könne von jeder Bürgerin und jedem Bürger nach der gesetzlich in § 2 Abs. 1 TPG geregelten Aufklärung durch die Krankenkassen erwartet werden, dass sie sich mit der Problematik auseinandersetzen und im Falle einer tatsächlichen Ablehnung ihr NEIN zur Organspende formulieren, heißt es in der Entschließung vom 10.05.18.

Mehr zum Ärztetag-Beschluss zur Einführung der Widerspruchslösung zur Organspende


19.04.18: Vor 121. Deutschen Ärztetag: Bundesärztekammer-Präsident Montgomery zu Organspende und Werbeverbot für Abtreibungen

Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, Bild (c) BundesärztekammerDer Präsident der Dundesärztekammer, Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, hat im Vorfeld des 21. Deutschen Ärztetag vom 8. bis 11. Mai 2018 in Erfurt bei einer Pressekonferenz eine intensive öffentliche Debatte um das Einwilligungs- oder Widerspruchsverfahren zur Organspende gefordert. Weiters äußerte er sich u.a. zu einem Werbeverbot für Abtreibungen.

Mehr dazu auf Aerzteblatt.de im Beitrag vom 19.04.18


04.08.15: Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht Handreichung zu Hirntod und Organspende

DBK BannerAm 29.07.15 hat die Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) eine „Orientierungshilfe“ zum Thema „Hirntod und Organspende“ veröffentlicht. In dem 28-seitigen Papier kommen die Verfasser ungeachtet jahrelanger Kritik zu dem Schluss, „dass der Hirntod im Sinne des Ganzhirntodes nach unseren heutigen Erkenntnissen das beste und sicherste Kriterium für die Feststellung des Todes eines Menschen darstellt.“
Positiv ist, dass die Kirchenvertreter für eine umfassende Aufklärung und die „enge Zustimmungslösung“ plädieren.

Der Verein Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. (KAO) übte unterdessen in einer Presseerklärung vom 04.08.15 scharfe Kritik an der kirchlichen „Orientierungshilfe“.
„Kritische Aufklärung über Organtransplantation e. V. ist entsetzt, dass die katholische Bischofskonferenz in Deutschland mit der Leugnung, dass die sogenannten „hirntoten Organspender“ Sterbende sind, in überkommen geglaubte Erklärungsmuster zurück fällt“, so der KAO-Vorsitzende Dr. M. Stahnke.

Weitere Informationen:

Scharfe Kritik an DBK-Handreichung „Hirntod und Organspende“
Bremen – Am 29. Juli veröffentlichte die Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) eine „Orientierungshilfe“ zu „Hirntod und Organspende“. In einer aktuellen Stellungnahme äußerte der Verein Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. (KAO) scharfe Kritik an den kirchlichen Empfehlungen.
PRESSEMITTEILUNG Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. (KAO) 04.08.15

Handreichung zum Thema Hirntod und Organspende
Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz legt Orientierungshilfe vor
PRESSEMITTEILUNG Deutsche Bischofskonferenz 29.07.15

Hirntod und Organspende
Handreichung der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz
28 Seiten, 27.04.15 (Dort zu bestellen oder als Download im PDF-Format)


26.02.15: Deutscher Ethikrat veröffentlicht Stellungnahme zum Thema Hirntod und Entscheidung zur Organspende

Bild Screenshot Stellungnahme Deutscher Ethikrat "Hirntod und Entscheidung zur Organspende" vom 24.02.15Am 24.02.15 hat der Deutsche Ethikrat seine 189-seitige Stellungnahme „Hirntod und Entscheidung zur Organspende“ vorgelegt. Darin befasst sich das Beratungsgremium ausführlich mit der Kontroverse um den Hirntod und fordert Verbesserungen bei der Information und Kommunikation rund um die Organspende. Außerdem fordert er eine gesetzliche Regelung zu organprotektiven Maßnahmen bei potentiellen Organspendern.

Mehr dazu in der ausführlichen Presseerklärung des Ethikrates, einem besonders lesenswerten Artikel in der „Welt“: Sind hirntote Organspender wirklich schon tot? und in der aktuellen Presseschau auf www.organspende-aufklaerung.de.

PDF Ethikrat-Stellungnahme Hirntod und Entscheidung zur Organspende
189 Seiten, veröffentlicht am 24.02.15


2013

30.10.13: Positionspapier der Evangelischen Frauen in Deutschland zur Organtransplantation: Hirntod und Tod nicht länger gleichsetzen

Die Mitgliederversammlung der Evangelischen Frauen in Deutschland e.V. (EFiD) hat Mitte Oktober ein Positionspapier zur Organtransplantation beschlossen. Darin schließt sich der Dachverband der Frauenverbände in der evangelischen Kirche, der aus 38 Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 3 Millionen Mitgliedern besteht, der zunehmenden Kritik am Hirntodkonzept an, das der Transplantationsmedizin in Deutschland zugrunde liegt.

Mehr zum Positionspapier der Evangelische Frauen in Deutschland zu Organspende und Hirntod


05.09.13: Aufarbeitung nach Transplantationsskandalen: Prüfungs- und Überwachungskommission legen Bericht zu allen Lebertransplantationsprogrammen in Deutschland vor – Schwere Richtlinienverstöße auch in Münster

Symbolbild LebertransplantationsberichtAm 04.09.13 haben die Prüfungs- und die Überwachungskommission von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband ihren lange erwarteten Bericht zu den Vor-Ort-Prüfungen aller 24 Lebertransplantationsprogramme in Deutschland für die Jahre 2010 und 2011 vorgelegt.

Schwerwiegende Richtlinienverstöße stellten die Prüfer in der Universitätsklinik Göttingen und Leipzig sowie in zahlenmäßig geringerem Ausmaß in München rechts der Isar und – neu – in Münster fest. Unbeanstandet blieben lediglich fünf Transplantationszentren. In den restlichen Zentren wurden nur solche Richtlinienverstöße festgestellt, „bei denen sich aufgrund der Umstände des Einzelfalls oder der geringen Anzahl kein Verdacht auf systematische oder bewusste Falschangaben zur Bevorzugung bestimmter Patienten ergab“, heißt es in der Pressemitteilung zur Vorstellung des Berichts abwiegelnd.

Mehr dazu im Themenspecial auf www.organspende-aufklaerung.de zum Bericht der Prüfungs- und Überwachungskommission zu allen Lebertransplantationsprogrammen in Deutschland


08.07.13: Vorträge der ÄfdL-Jahrestagung zum Thema „Hirntod in der Transplantationsmedizin: reichen die Standards noch?“ abrufbar

aefdl-logoSeit kurzem sind diverse Vorträge unserer Jahrestagung vom 7./8. Juni 2013 zum Thema „Hirntod in der Transplantationsmedizin: reichen die Standards noch?“ abrufbar. Weitere Ergänzungen folgen!

Vorträge vom Symposium 2013


18.06.13: Nach Transplantationsskandalen: Deutscher Bundestag beschließt Verschärfung des Transplantationsgesetzes

Screenshot Beschlussempfehlung Gesundheitsausschuss, Deutscher Bundestag 12.06.13Der Deutsche Bundestag hat am 14.06.13 kurzfristig und im Eilverfahren eine erneute Änderung des Transplantationsgesetzes beschlossen und Manipulationen bei der Organvergabe unter Strafe gestellt. Zudem werden die Richtlinien der Bundesärztekammer zur Organtransplantation einer Begründungspflicht unterworfen und unter den Vorbehalt der Genehmigung durch das Bundesministerium für Gesundheit gestellt.

Mit der von allen Fraktionen getragenen Änderung werden die Konsequenzen aus den bekannt gewordenen Manipulationen an Patientendaten an einzelnen Transplantationszentren gezogen. Vor dem Hintergrund der Skandale sind die Organspendezahlen in Deutschland massiv eingebrochen und das Vertrauen in das Transplantationssystem ins Wanken geraten.

Mehr im Themenspecial der InteressenGemeinschaft Kritische Bioethik Deutschland zum Bundestagsbeschluss zur Verschärfung des Transplantationsgesetzes


27.04.13: Einladung zur 18. Jahrestagung des Vereins „Ärzte für das Leben“ vom 7. bis 8. Juni 2013 in Fulda

aefdl-logoVom 7. bis 8. Juni 2013 veranstalten Ärzte für das Leben e.V. in Fulda ihre 18. Jahrestagung. Thema ist diesmal: „Hirntod in der Transplantationsmedizin: reichen die Standards noch?“. Die Tagung widmet sich der Frage des Hirntods und seiner Bedeutung für die medizinische Ethik und für den Schutz menschlichen Lebens.

Zum ausführlichen Programm und zur Anmeldung


22.03.13: Verhältnis von Patientenverfügung und Organspendeerklärung: Ärzte für das Leben e.V. sehen weiterreichenden Klärungsbedarf

Die Bundesärztekammer hat am 19.03.13 ein Arbeitspapier zum Verhältnis von Patientenverfügung und Organspendeerklärung vorgelegt. Darin sieht sie bei vermutetem Hirntod zwischen der in einer Patientenverfügung festgelegten Therapiebegrenzung und der Bereitschaft zur Organspende keinen Widerspruch. Und dies, obwohl für die Feststellung des Hirntodes bis zur vollendeten Organentnahme umfangreiche intensivmedizinische Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen notwendig sind. Hierzu hat Ärzte für das Leben e.V. eine Pressemitteilung herausgegeben.

Verhältnis von Patientenverfügung und Organspendeerklärung: Ärzte für das Leben e.V. sehen weiterreichenden Klärungsbedarf
PRESSEMITTEILUNG Ärzte für das Leben e.V. 22.03.13


2012

29.05.12, ergänzt am 16.06.12: Endabstimmung: Deutscher Bundestag verabschiedet Gesetz zur Entscheidungslösung bei Organspenden und Änderung des Transplantationsgesetzes – Bundesrat erteilt am 15.06.12 Zustimmung

Am 25.05.12 hat der Deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit das Gesetz zur Entscheidungslösung bei Organspenden und zur Änderung des Transplantationsgesetzes verabschiedet. Am 15.06.12 erteilte der Bundesrat seine Zustimmung. Damit gibt es einige eingreifende Veränderungen im Vergleich zur bisherigen Regelung, von der nahezu alle Bürgerinnen und Bürger schon bald betroffen sein werden.

Mehr im Themenspecial auf www.organspende-aufklaerung.de: Bundestag verabschiedet Gesetz zur Entscheidungslösung und Änderung des Transplantationsgesetzes


16.03.12: Neuregelung der Organspende – Erste Beratung im Deutschen Bundestag über Gesetzentwurf zur Entscheidungslösung am 22.03.12

Bild GesetzentwurfDer Deutsche Bundestag berät am 22.03.12 in erster Lesung über einen fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf zur Entscheidungslösung bei Organspenden, zusammen mit einem seit Oktober 2011 vorliegenden weiteren Gesetzentwurf zur Änderung des Transplantationsgesetzes (Drucksache 17/7376), mit dem eine EU-Richtlinie umgesetzt werden soll. Die Beratungen beginnen um 9.00 Uhr. Für die Aussprache, die online auf der Webseite des Bundestages übertragen wird, sind zwei Stunden vorgesehen.
Die InteressenGemeinschaft Kritische Bioethik hat zum Verlauf der Debatte umfangreiche Hintergrundinformationen in Form von Themenspecials zusammengestellt.

Mehr im Themenspecial auf www.organspende-aufklaerung.de zur Neuregelung der Organspende: Erste Beratung im Deutschen Bundestag über Gesetzentwurf zur Entscheidungslösung am 22.03.12


Neues vom 10.03.12: Leserbrief zu: „Ein irreführender Begriff“, Die Tagespost v. 06.03.12

Am 05.03.12 erschien in der „Tagespost“ ein lesenswerter Gastkommentar von Bischof Heinz Josef Algermissen „Hirntod – Ein irreführender Begriff“ zur aktuellen Debatte um die Einführung der Entscheidungslösung bei Organspenden.
Dr. med. Maria Overdick-Gulden hat dazu einen Leserbrief verfasst.

Leserbrief zu: „Ein irreführender Begriff“, Die Tagespost v. 06.03.12, S.2 (inkl. Link zum Artikel)

Siehe zu diesem Thema ergänzend auch den lesenswerten Beitrag PDF Der „Tod“ des Organs Gehirn ist nicht der Tod des Menschen von Rainer Beckmann vom 09.03.12


2011

28.09.11: Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden gestartet

Seit längerem wird über eine Neuregelung des Transplantationsgesetzes debattiert, mit der die Zahl der Organspender in Deutschland gesteigert werden soll. Vor diesem Hintergund hat sich nun ein breites „Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden“ formiert. Das Bündnis ist ein Zusammenschluss von diversen Organisationen, Arbeitsgemeinschaften, Vereinen und Einzelunterstützer, die sich gegen die geplante Änderung des Transplantationsgesetzes aussprechen. Auch die Ärzte für das Leben e.V. haben sich dem Bündnis angeschlossen.
Am 27.09.11 wurde ein „Appell zur Organspendedebatte in Deutschland“ veröffentlicht. Zudem wurde unter www.organspende-widerspruch.de die Bündniswebseite mit zahlreichen Hintergrundinfos zur Organspende-Debatte freigeschaltet.

Neues Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden – Appell zur Organspende-Debatte in Deutschland
PRESSEMITTEILUNG Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden 27.09.11

Appell zur Organspende-Debatte in Deutschland
Vom Bündnis gegen die Widerspruchs- und Erklärungsregelung bei Organspenden, veröffentlicht 27.09.11


08.06.11: Deutscher Ärztetag: Richtunsgweisende Beschlüsse zur Präimplantationsdiagnostik, Sterbehilfe und Suizidbeihilfe und Organspende

Beim 114. Deutschen Ärztetag in Kiel vom 31. Mai bis 3. Juni 2011 haben die Delegierten einige biopolitisch richtunsgweisende Beschlüsse gefasst. (Siehe dazu das Beschlussprotokoll und weitere Papiere zum 114. Deutschen Ärztetag.)

Organspende: Ärztetag plädiert für Informations- und Selbstbestimmungslösung mit Erklärungspflicht
In Deutschland warten 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Jeden Tag sterben drei Patienten, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht. Um die Zahl der Spenderorgane zu erhöhen, hat sich der 114. Deutsche Ärztetag in Kiel dafür ausgesprochen, die Information der Bevölkerung über die Möglichkeiten der Organspende und der Transplantationsmedizin zu intensivieren.
PRESSEMITTEILUNG Bundesärztekammer 01.06.11


2010

23.03.10: Zur Diskussion um Organspende und den Hirntod

Die „Reanimation der Hirntoddebatte“ bleibt aktuell. Das Deutsche Ärzteblatt kündigte in der Ausgabe vom 12.02.2010 an, dass noch in diesem Jahr die EU-Richtlinie zur Organtransplantation zu erwarten ist. Unter deutschen Transplantationsmedizinern besteht keine Übereinstimmung mehr mit bisherigen Regelungen: ist die jetzt geltende erweitere Zustimmungslösung nicht eine Form der Fremdbestimmung (Prof. G. Otto, Mainz)? Entschließt man sich zur „Widerspruchslösung“, und wird diese vom Bürger akzeptiert? Auch werde in Gesprächen mit Patienten und Angehörigen „immer wieder die Angst“ deutlich, „ob man wirklich tot sei, wenn man hirntot ist“.

Im „Erasmus Medische Centrum“ in Rotterdam geht es (angeblich) um eine „theoretische Diskussion“, z.B. Nieren vor dem Tod der Spender zu entfernen, um funktionstüchtigere Organe für den Empfänger zu erhalten. Doch bestehe die Gefahr, dass nach dem „massiven“ Eingriff der Explantation der „Spender“ nicht schnell stirbt und noch mehrere Stunden an den verursachten Schmerzen leide. (Notiz in: „20 minuten online“ v. 3.3.10)

Zum Thema „Hirntoddebatte“ s. neue Literatur:

Prof. Dr. Ralf Stoecker: PDF Ein Plädoyer für die Reanimation der Hirntoddebatte in Deutschland
19 Seiten, in: D. Preuß, N. Knoepffler, K.-M. Kodalle (Hg.), Körperteile – Körper teilen, Kritisches Jahrbuch der Philosophie, Beiheft 8/2009, 41,52,
hier veröffentlich mit freundlicher Genehmigung des Verlages Verlag Königshausen & Neumann.

Vera Kalitzkus: Dein Tod, mein Leben – warum wir Organspenden richtig finden und trotzdem davor zurückschrecken, als TB erschienen bei Suhrkamp 2009

Sabine Müller: Revival der Hirntoddebatte: Funktionelle Bildgebung für die Hirntoddiagnostik, – veröffentlicht bei Springer, published online: 29.01.2010.

mehr zum Inhalt im kostenfreien Abstract unter dem Link

Fazit der Autorin: „Wünschenswert wäre eine offenen Debatte über den Hirntod unter Einschluss der Öffentlichkeit, insbesondere über die Frage, ob es legitim ist, aus Hirntoten, die noch Integration somatischer Funktionen zeigen, lebensnotwendige Organe zu explantieren, und wenn ja, unter welchen Bedingungen.“ Der Übergang zur Tötung auf Verlangen wäre dann präformiert.



Weiterführende Informationen

www.organspende-aufklaerung.de – Infoportal der InteressenGemeinschaft Kritische Bioethik Deutschland zu Organspende / Transplantation und Hirntod

Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. (KAO)
Eine Initiative, gegründet von Eltern, die ihre verunglückten Kinder zur Organspende freigegeben haben, ohne die Hintergründe zu diesem Zeitpunkt genau genug zu kennen und ihre entscheidung bitter bereut haben.