PM 15.02.13: Stellungnahme Ärzte für das Leben e.V. zur „Pille danach“-Debatte

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PM 15.02.13: Stellungnahme Ärzte für das Leben e.V. zur „Pille danach“-Debatte2017-09-23T01:38:32+00:00

PM 15.02.13: Stellungnahme Ärzte für das Leben e.V. zur „Pille danach“-Debatte

aefdl-logoMünster. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Debatte um die Wirkungsweise und Abgabe der „Pille danach“ hat der Verein „Ärzte für das Leben e.V.“ kritisch Stellung bezogen.

„Die in unserer Kultur geforderte und im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gesetzlich verankerte Achtung der Würde eines jeden Menschen und des Verbots seiner Tötung wird in der medizinischen Praxis vor allem in sog. Grenzsituationen des Lebens nicht konsequent durchgehalten und immer wieder relativiert“, erklärte der 1. Vorsitzende der Ärzte für das Leben e.V., Prof. Dr. med. Paul Cullen in Münster.

„Paradigmatisch für eine solche medizinische Grenzsituation ist der Zustand von Menschen, die gerade ins Leben getreten sind, den Embryonen unmittelbar nach der Befruchtung. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits der Mensch als Ganzheit angelegt, die sich unter günstigen Umweltbedingungen aus sich heraus weiter in die verschiedenen Phasen des Menschen entfalten wird, ohne dass neue Veranlagungselemente von außen hinzukommen. Klare biologische Einschnitte, die das Bereits-Menschsein vom Noch-nicht-Menschsein trennen, sind in diesem Entwicklungskontinuum nicht nachweisbar“, so Prof. Cullen.

In diesen Kontext falle die mediale Debatte um die ‚Pille danach‘. Dabei wurden ’neuere wissenschaftliche Erkenntnisse‘ erwähnt, die zeigen sollen, dass die derzeit in Deutschland zu diesem Zweck zugelassenen Medikamente (1) ihre Wirkung ausschließlich über eine Hemmung der Befruchtung – im wesentlichen durch Verhinderung des Eisprungs – ausüben, und nicht durch Hemmung der Einnistung der befruchteten Eizelle (2).

„Aus Sicht der Ärzte für das Leben gibt diese Annahme nicht den wissenschaftlichen Kenntnisstand wieder: zwar wirkt die ‚Pille danach‘ auch über eine Verhinderung des Eisprungs, doch wird je nach Zyklusstand der Frau nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand auch die Einnistung des Embryos verhindert. Medikamente, die die Einnistung von Embryonen verhindern, sind keine ‚Notfallkontrazeptiva‘, sondern Mittel zur Abtreibung. Denn durch diese wird nicht die Entstehung eines Menschen unterbunden, sondern ein bereits existierender Mensch getötet, der unseren Schutz verlangt. Die stillschweigende Akzeptanz seiner Tötung – in welchem Kontext auch immer – höhlt unweigerlich die Prinzipien des Tötungsverbots und der Menschenwürde auf breiter Front aus“, sagte Prof. Cullen.

Ärzte für das Leben e.V. ist eine seit 1991 bestehende nicht-konfessionelle und unabhängige Gemeinschaft von Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen, die sich für das Leben von der Befruchtung bis zum natürlichen Tod einsetzt.

Fußnoten:

(1) Derzeit sind hierfür zwei Präparate zugelassen: das Gelbkörperhormon Levonorgestrel in einer hohen Dosierung von 1,5 mg sowie Uliprisalacetat, ein Modulator des Rezeptors für das Hormon Progesteron, in einer Dosierung von 30 mg.

(2) Beispielsweise Presserklärung des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. vom 24.01.13: „Beide Medikamente greifen deshalb nicht in das Werden eines bereits gezeugten Menschen ein. Sie sind als Verhütungsmittel einzustufen, nicht als Mittel für einen Schwangerschaftsabbruch.“

Kontakt:

Ärzte für das Leben e. V.
Dr. med. Dr. theol. h.c. Maria Overdick-Gulden
Markusberg 24e
54293 Trier

Tel.: 0651 / 8200724
E-Mail: m.overdick-gulden@aerzte-fuer-das-leben.de
Internet: http://www.aerzte-fuer-das-leben.de

Ergänzende Informationen 18.02.13:

  1. Stellungnahme von IMABE zur Diskussion über die Wirkungsweise der „Pille danach“
    Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE)
    15.02.13
     
  2. Aktualisierung der Erkenntnisse zur Wirkweise der „Pille danach“Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE)
    Stand: 15.02.13
     
  3. IMABE-Stellungnahme zur Diskussion über die Wirkungsweise der „Pille danach“
    In sehr wenigen, klar definierten Situationen kann die Verschreibung der „Pille danach“ ethisch zulässig sein“.
    IMABE-Newsletter Februar 2013